SZENISCHE LESUNG

Nie die Hoffnung verlieren

Sechs Frauen aus Afghanistan, dem Iran, Syrien und der Ukraine erzählen aus ihrem Leben, von Krieg, Unterdrückung und Flucht – aber auch von Mut, Selbstbestimmung und ihren Hoffnungen für die Zukunft.

Renate Blanke, Liane Sickel und Christine Gerner bei „Nie die Hoffnung verlieren“
Renate Blanke, Liane Sickel und Christine Gerner bei der Premiere im Theater in der List · Foto: Christine Jochem, Hannover

DIE GESCHICHTEN

Sechs Frauen – sechs Lebenswege

Farkhunda, Mariia, Natalia, Simin, Tetjana und Zinat stammen aus unterschiedlichen Ländern und sozialen Verhältnissen. Eine war Lehrerin, eine Architektin, eine studierte Islamwissenschaften. Sie sind Mütter, Töchter, Großmütter und Berufstätige. Was sie verbindet, ist die Erfahrung, ihre Heimat verlassen zu müssen, um Gewalt zu entkommen und sich selbst und ihre Familien zu schützen.

Ihre Erinnerungen führen von einem Dorf in Afghanistan und einer iranischen Universitätsstadt über das palästinensische Lager Jarmuk bei Damaskus bis nach Donezk, Kiew und andere Orte der Ukraine. Sie erzählen von Kindheit und Familie, von Frauenrechten, politischer Unterdrückung, Krieg und Verlust – und von den oft gefährlichen Wegen nach Europa.

Die Ankunft in Deutschland beendet nicht alle Schwierigkeiten. Sprache, Arbeit, Einsamkeit und die Trennung von Angehörigen bleiben Herausforderungen. Dennoch richten die Frauen ihren Blick nach vorn: auf ihre Kinder, auf ein selbstbestimmtes Leben und auf die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen.

DOKUMENTARISCHE GRUNDLAGE

Aus persönlichen Gesprächen entstanden

Das Skript beruht auf sechs ausführlichen Interviews, die Antonio Umberto Riccò im Frühjahr 2023 gemeinsam mit sprachkundigen Vertrauenspersonen führte. Aus den Gesprächsprotokollen entstand ein vielstimmiger Dialog. Die Frauen sprechen nicht nacheinander in abgeschlossenen Porträts: Ihre Erfahrungen begegnen einander, ergänzen sich und widersprechen sich manchmal.

Blumen stehen als wiederkehrendes Bild für ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und für Widerstandskraft: Sonnenblume, Mohn, Malve, Maiglöckchen, Orchidee und Damaszener Rose.

AUF DER BÜHNE

Drei Stimmen, Musik und Originalfotos

Drei Sprecherinnen geben den sechs Frauen abwechselnd ihre Stimmen. Begleitet werden sie von der Musik Carsten Litfins und zahlreichen Originalfotos. Die Lesung dauert etwas mehr als eine Stunde und kann auch in einer Fassung für sechs Sprecherinnen präsentiert werden.

Text: Antonio Umberto Riccò
Musik: Carsten Litfin
Sprecherinnen: Mitglieder des Spielkreises Theater Matthiaskirche e. V.
Projektkoordination: Renate Blanke und Antonio Umberto Riccò

PROJEKT

Premiere im September 2023

Die Premiere fand am 16. September 2023 im Theater in der List in Hannover statt. Die Lesung wurde anschließend in Schulen, Kirchen, Kulturhäusern und anderen Veranstaltungsorten in Niedersachsen präsentiert. Viele Veranstaltungen verbanden die Lesung mit Spenden für soziale Projekte zugunsten geflüchteter Menschen.

Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover e. V., dem Spielkreis Theater Matthiaskirche e. V. und der Arbeitsgruppe Lampedusa-Hannover. Unterstützend beteiligt waren der Flüchtlingsrat Niedersachsen, die Ukrainische Griechisch-Katholische Personalpfarrei St. Wolodymyr und Kargah e. V.

SCHIRMHERRSCHAFT UND FÖRDERUNG

Gemeinsam ermöglicht

Die Schirmherrschaft übernahm der Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku.

Gefördert wurde das Projekt von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der Region Hannover, der Stiftung Umverteilen!, dem Caritasverband für die Diözese Hildesheim und mit technischer Unterstützung der Firma Sennheiser.

ZENTRALE HALTUNG

Menschen statt anonymer Zahlen

Die Lesung macht sichtbar, was hinter dem abstrakten Wort „Flüchtlingsstrom“ verschwindet: individuelle Menschen mit Erinnerungen, Fähigkeiten, Ängsten und Plänen. Sie zeigt zugleich, dass geflüchtete Frauen besonderen Gefahren ausgesetzt sind und ihre Erfahrungen in der öffentlichen Wahrnehmung häufig zu wenig vorkommen.

LESEPROBE

„Man soll nie die Hoffnung verlieren“

Am Ende sprechen Natalia, Farkhunda und Zinat über die Zukunft: über Hilfe für andere, den Wunsch zu arbeiten und den Traum von einem friedlichen Leben für die Kinder.

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MATERIALIEN

Interesse an einer Lesung?

Informationen zu Aufführungsmöglichkeiten und zu den verfügbaren Materialien vermittelt die Arbeitsgruppe Lampedusa-Hannover.

Zum Projekt bei Lampedusa-Hannover

Aufführungen

Bisherige Veranstaltungen

33 szenische Lesungen haben bereits stattgefunden.

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