Das Boot ist voll!


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Die Entstehung

Sommer 2017. Willi Schlüter – Schauspieler und Regisseur vom

ruft mich an. Wir kennen uns noch nicht, aber er hat von „Ein Morgen vor Lampedusa“ gehört und würde gerne daraus ein Schulprojekt machen.

Ich muss ihn enttäuschen: Die Lesung läuft zu diesem Zeitpunkt schon seit drei Jahren als Schulprojekt in Niedersachsen. Aber vielleicht könnten wir gemeinsam etwas Neues starten, schlage ich kurze Zeit später vor. Ich hatte schon länger die Idee, die Geschichte meines Freundes Vito aus Lampedusa (oder aus Mailand? Oder aus Apulien?) zu erzählen. Ob das mit Willis Erfahrung und Unterstützung gelingen könnte? Ich beginne bald, das Skript des Theatermonologs zu verfassen…

Es geht los!

Nach wenigen Monaten stehen wir vor der Premiere (6. April 2018). Das Projekt wurde inzwischen gefördert von

Gut zwei Monate dauern die Proben des 70 Minuten langen Monologs, und ich staune immer wieder über die Fähigkeit von Willi den Text zu lernen. Dann ist es so weit. Am Tag der Premiere ist auch der echte Vito dabei.

Willi Schlüter als Vito Fiorino (C) Foto: C. Jochem
Zufrieden nach der Premiere: Vito, Willi und ich

Presse

Was die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ nach der Premiere geschrieben hat können Sie hier lesen: „Wir wollen die Menschlichkeit fördern„.

Inhalt

Ganz normale Menschen werden plötzlich mit der Rettung (und dem Tod!) von Flüchtlingen konfrontiert. Diese unfreiwillig übernommene Rolle verändert ihr Leben und, zumindest teilweise, ihre Ansichten. Nichts wird mehr so sein, wie es vorher war.

Am Beispiel von Vito, der eine kleine Eisdiele auf Lampedusa betreibt, erlebt das Publikum die Auseinandersetzung mit der Katastrophe und ihre noch nach Jahren spürbaren Folgen. Mitleid und Empathie, Zorn und Ohnmacht, aber auch Hoffnung und Menschlichkeit prägen „Das Boot ist voll!“. Er ist nicht die Beschreibung einer Heldentat, sondern der demütige Versuch einen Sinn in diesem Ereignis (und im Leben selbst) zu finden. Langsam wird das Publikum verstehen, dass nur der Zufall Vito und seine Freunde vor diese Aufgabe gestellt hat. Sie waren einfach da, wo auch wir hätten sein können. Sie haben nur das getan, was man tun musste – und wahrscheinlich die meisten Menschen auch tun würden. So wird die Geschichte eine Auseinandersetzung mit unserer sozialen Verantwortung, unseren Werten und Widersprüchen.

Das Stück lehnt sich thematisch und inhaltlich an „Ein Morgen vor Lampedusa“. „Vitos Monolog“ geht jedoch über die Grenzen der dokumentarischen Beschreibung der Fakten hinaus, die die Lesung prägen, und eröffnet eine gänzlich neue Perspektive auf die Folgen der Flüchtlingsbewegung in unserer Gesellschaft. Aus nüchternen Zahlen und aus Schlagzeilen der Medien wird mit Vito ein Mensch auf der Bühne lebendig mit Gefühlen, Widersprüchen und ehrlichen Fragen.

Dieses Theaterstück soll die Zuschauer auf die Flüchtlingsproblematik aufmerksam machen, sie dafür zu sensibilisieren und die Akzeptanz gegenüber Flüchtlingen erhöhen. Deshalb werden nach jeder Vorstellung Diskussionsrunden angeboten, um sich mit dem Thema Flucht und Migration auf eine andere Weise als gewohnt auseinander zu setzen. Das scheint angesichts der aktuellen Wahlausgänge umso wichtiger, um die demokratischen Wurzeln in unserer Gesellschaft zu stärken und populistischen Parteien den rechten Wind aus den Segeln zu nehmen. Dafür wollen wir mit den Lehrern und Lehrerinnen in den Schulen eng zusammenarbeiten und mit diesem Theaterstück einen Impuls für fruchtbare Gespräche geben.