Szenische Lesung

C’era in Germania un Girasole

Ein politischer Krimi über die deutsche Teilung, eine verschwundene Vergangenheit und die Frage, wie lange Geschichte im Leben eines Menschen weiterwirkt.

Andrea Brunello als Regisseur und Sprecher in „C’era in Germania un Girasole“
Andrea Brunello als Regisseur und Sprecher. Foto: Antonio Umberto Riccò.

Die Geschichte

Düsseldorf, 2. Juni 2009. Beim Empfang des italienischen Generalkonsulats wird der Journalist Lamberto Mauri als Ehrengast erwartet. Doch kurz nach seiner Ankunft verschwindet er unter rätselhaften Umständen.

Die Suche führt zurück in die Jahre des geteilten Deutschlands – hinter jene Mauer, die Europa bis 1989 durchschnitt. Mauri wird von einer Vergangenheit eingeholt, in der politische Überzeugungen, Geheimnisse und persönliche Schuld unauflöslich miteinander verbunden sind.

Als Wörter noch anders klangen

Die Erzählung blickt auf eine Zeit, in der „Flucht“ und „Fluchthelfer“ im westlichen Sprachgebrauch positiv besetzt waren. Der historische Kriminalfall wird so zur Frage an die Gegenwart: Wer gilt als Flüchtling, wer als Helfer – und wer bestimmt die Bedeutung dieser Wörter?

Das Werk erschien anlässlich des zwanzigsten Jahrestags der deutschen Einheit als Roman bei Edition Raetia / Alphabeta Verlag. Die szenische Lesung verdichtet den Stoff für die Bühne.

Die szenische Lesung

Andrea Brunello entwickelte die Regie und trat selbst als Sprecher auf. Mit wenigen Mitteln verbindet die Lesung die Spannung eines Krimis mit deutsch-italienischer Zeitgeschichte und der persönlichen Konfrontation eines Mannes mit seiner Vergangenheit.

Der italienische Titel bedeutet: Es gab einmal in Deutschland eine Sonnenblume.